Bettina Stark-Watzinger

Auch im Main-Taunus-Kreis Erdkabel für Stromleitungsausbau nutzen

Pressemitteilung
Bettina Stark-Watzinger (1. v. r.) bei der Diskussion zum Stromleitungs-Ausbau im Vordertaunus mit Bundesenergieminister Altmaier (weißes Hemd) und Landesenergieminister Al-Wazir (2. v. r.)

Hofheim - „Ich halte es für verantwortungslos, ein „Versuchsprojekt“ in dem flächenkleinsten und am stärksten besiedelten Kreis des Rhein-Main-Gebietes umsetzen zu wollen, obwohl eine Gesundheitsgefährdung bis heute nicht abschließend geklärt ist“, so die Wahlkreisabgeordnete Bettina Stark-Watzinger. 

Anlässlich des Besuches von Bundesenergieminister Peter Altmaier im Zusammenhang mit dem Vorhaben Ultranet in Niedernhausen, lies sie es sich nicht nehmen auch auf Eppstein und Hofheim im Main-Taunus-Kreis hinzuweisen. Sie sieht es kritisch, wenn die Bundesregierung bislang bei einem einzigen Vorhaben in der Bundesrepublik ganz bewusst vom Vorrang der Erdverkabelung absieht. „Die Aussage, der Zeitplan für die Abschaltung der Kohle- und Kernkraftwerke stehe fest, die Politik habe aber zu lange über den Ausbau der Stromnetze diskutiert und müsse nun zügig handeln, zeigt, dass weder die Bundes- noch die Landesregierung in der Lage sind, die Energiewende zu managen“, kritisiert Stark-Watzinger. Diese Fehler dürfe man nicht auf dem Rücken der Menschen vor Ort austragen. „Auch nach der Diskussion steht für mich fest: Es kann den Bürgerinnen und Bürgern nicht erklärt werden, warum überall in Deutschland die Erdverkabelung Vorrang hat, nur entlang einer Trasse in einer dichtbesiedelten Region nicht. Ich verstehe es auch nicht. Die Bürgerinitiativen haben sehr konstruktive Vorschläge erarbeitet. Es geht nicht um die Verhinderung der Trasse, sondern um eine verträgliche Lösung. In der Abwägung zwischen dem Schutz der Gesundheit der Menschen vor Ort und dem Schutz der Natur, sehe ich die Priorität beim Menschen. Die neue Trasse muss daher unter die Erde gelegt oder verschwenkt werden. Das ist nichts, womit die Menschen vor Ort einfach leben müssten, nur um die Energiewende nicht zu verzögern.“

Im Rahmen des Ultranet-Vorhabens soll auf einer bestehenden Trasse die erste Stromleitung entstehen, mit der künftig sowohl Wechselstrom als auch Gleichstrom transportieren werden soll. Die bestehende Leitung verläuft nur knapp 20 Meter von den Häusern der Bewohnern Eppsteins entfernt. Bereits in der Kleinen Anfrage, die Stark-Watzinger im letzten Herbst an die Bundesregierung gestellt hat, wurde die Frage der Gesundheitsgefährdung nicht zufriedenstellend beantwortet. 

Die Freien Demokraten stehen für einen wirtschaftlich tragfähigen Netzausbau, der das Interesse an hoher Versorgungssicherheit und niedrigen Strompreisen fördert und befürworten daher grundsätzlich das Gesetz zur Beschleunigung des Energieleitungsausbaus. „Jedweder Ausbau darf aber nicht auf Kosten der Gesundheit der Bürger gehen“, so Stark-Watzinger abschließend. Sie bezweifelt, dass dies im vorliegenden Fall ausgeschlossen werden kann.

 

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