Bettina Stark-Watzinger

Landwirt Heil: „Uns steht das Wasser bis zum Hals“

Bettina Stark-Watzinger besucht protestierende Bauern im Wahlkreis

Hofheim – „Zu niedrige Erzeugerpreise, Bürokratie und ungewisse Zukunftsaussichten könnten für viele Landwirte das Ende bedeuten. Der Main-Taunus-Kreis, und speziell Kriftel, ist bekannt als der Obstgarten des Landes. Das müssen wir uns bewahren“, so die FDP-Bundestagsabgeordnete Bettina Stark-Watzinger jüngst bei einem Treffen mit Landwirt Berthold Heil auf seinem Feld in Kriftel.

„Uns steht das Wasser bis zum Hals“, schildert Heil. Der Einkauf des Großhandels könne durch die welt- und europaweite Konkurrenz, die unter deutlich niedrigeren Standards produziere, sehr niedrige Preise verlangen. Die Bauern wehrten sich nicht gegen Umweltmaßnahmen. Diese müssten aber aufgrund von wissenschaftlicher Diskussion und nicht dem Bauchgefühl der Politik geschehen.

Unübersehbar an der Landesstraße 3011 in Kriftel hat Heil ein großes „Grünes Kreuz“ aufgestellt. Es ist ein Zeichen des Protests gegen die verfehlte Landwirtschaftspolitik der Großen Koalition und den Generalverdacht, Landwirte seien Umweltverschmutzer. 

Die Landwirte fühlten sich von der Politik im Stich gelassen, so Heil. Oftmals würden Diskussionen auf dem Rücken der Landwirte ausgetragen. Sorgen bereitet Heil vor allem Anspruch und Wirklichkeit: „Ein Großteil der Bevölkerung fordert noch immer, dass ihr Obst makellos ist. Äpfel mit einem perfekten Äußeren kann man jedoch nur mit Pflanzenschutz produzieren. Selbst Hersteller von Bio-Obst verwenden Pflanzenschutzmittel.“ 

Darüber hinaus sei eine Veränderung des Verbraucherverhaltens wünschenswert, hin zu größerer Wertschätzung für Lebensmitteln, weg von Billig- und Fertigprodukten. „Viele Verbraucher können ihren Beitrag zur Erhaltung landwirtschaftlicher Betriebe leisten und regionale Produkte kaufen“, so Stark-Watzinger abschließend. „Von der Bundesregierung wünsche ich mir aber vor allem mehr Respekt für die Leistung unserer Landwirte.“