Bettina Stark-Watzinger

Persönliche Erklärung - Mein politisches 2019

2014 – ich konnte noch nicht ahnen, auf welche Reise ich mich begab. Die hessischen Freien Demokraten hatten mich erstmals als Generalsekretärin gewählt. Einen Posten, den es bis dorthin nicht gab. Eine Partei, die niederlag, die in Umfragen zeitweise nicht mehr messbar war und der viele vorhandene organisatorische Strukturen weggebrochen waren. Zu diesem Zeitpunkt hat außer notorischer Freiheitskämpfer niemand mehr an den Wiedereinzug in den Bundestag geglaubt. Aber ich wusste, ich will zu- und anpacken. Ich will etwas für die Menschen bewegen. Ihnen etwas zutrauen. Chancen schaffen.

Mit unserem klugen und unermüdlich arbeitenden Landesvorsitzenden Stefan Ruppert an der Spitze, den unerschütterlichen Kollegen aus der Landtagsfraktion und so vielen weiteren Mitstreitern haben wir im Ehrenamt - mit viel Herzblut - die Partei wieder aufgebaut. Ein hervorragendes Kommunalwahlergebnis in Hessen war unser erster gemeinsamer sichtbarer Erfolg. Das gute Ergebnis war wichtig. Wichtiger war mir damals, während der Flüchtlingskrise, aber noch, eine Alternative für Demokraten zu sein. Wir waren und sind eine Partei der politischen Mitte.

Mein persönliches Highlight folgte mit dem Bundestagswahlkampf. Ich spürte, dass unsere Mitglieder bis in die Haarspitzen motiviert waren, die Freien Demokraten in den Bundestag zurückzuführen. Als Generalsekretärin hat es mir unwahrscheinlich viel Spaß gemacht, den Wahlkampf zu managen. Wir haben nicht die Frage gestellt, wie wir zurückkommen, sondern warum wir eigentlich zurück wollen. Welchen Mehrwert können die Freien Demokraten dem politischen Diskurs geben? Diese Frage hat mich, hat uns alle beschäftigt.

Der Wiedereinzug der FDP in den Bundestag änderte auch mein Leben gravierend. Mein Traum, die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes vertreten zu dürfen, hat sich erfüllt. Ich durfte nicht nur in meinen Wunschausschuss, man hat mir auch gleich den Vorsitz im Finanzausschuss zugetraut. Eine tolle, aber auch zeitintensive Aufgabe.

Zudem wurde ich in den Vorstand der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit berufen. Eine weitere spannende Aufgabe und eine weitere tolle Möglichkeit, für die Idee des mündigen Bürgers einzutreten.

Mit Stefan Ruppert habe ich die letzten Wochen intensiv diskutiert, wie wir zukünftig – vor dem Hintergrund der starken Präsenz in Berlin - den Landesverband operativ weiter stärken können. Ich würde mich freuen, wenn der Landesparteitag Moritz Promny zu meinem Nachfolger als Generalsekretär wählen würde. Mit ihm haben wir einen sympathischen und zugleich klugen Kandidaten, bei dem ich diese tolle Aufgabe in besten Händen weiß. Er wird insbesondere die Landtagsfraktion noch besser mit der Landesgeschäftsstelle verknüpfen können.

Ich selbst werde als stellvertretende Landesvorsitzende kandidieren und mich auch weiterhin mit voller Energie und Leidenschaft für die Freien Demokraten in Hessen engagieren. Ich bin dankbar für die Begegnungen und die Erfahrungen, die ich als Generalsekretärin machen durfte. Jetzt geht die Reise gemeinsam weiter :)