Bettina Stark-Watzinger

Unsere Bundeswehr – einsatzbereit wofür und womit?

Zu den schwierigsten Abstimmungen im Bundestag gehören die Entscheidungen deutsche Soldaten in Krisengebiete zu entsenden. Wir Abgeordnete stimmen sowohl über das Leben der Menschen im Krisengebiet, aber natürlich auch über das Leben unserer deutschen Soldaten ab. Als neue Abgeordnete, die bislang wenig direkten Kontakt mit der Bundeswehr hatte, will ich mir diese Entscheidungen nicht leicht machen. Um beim Abwägen der Argumente bestmöglich informiert zu sein, habe ich die politische Sommerpause genutzt, um mir ein Bild von der Bundeswehr zu machen. Eine Woche lang nahm ich an einer Wehr- und Informationsübung teil.

Ich wollte ein Verständnis für die Truppe bekommen: Was heißt es, täglich Soldat zu sein, wie stellen sich, die in den Medien ausgetragenen Material-Diskussionen tatsächlich dar oder welche Wertschätzung erfahren unsere Soldaten für Ihren Einsatz, waren Fragen, denen ich nachgehen wollte.

Los ging die Woche mit der Einkleidung der Uniform, die man die ganze Woche trägt, und der Verleihung des Dienstgrades „Oberleutnant“ (zeitweise für die 1-wöchige Übung verliehen). Neben vielen Informationsvorträgen war die Woche vor allem durch die Praxis geprägt. Aufgaben gemeinsam bewältigen, einen Hindernisparcours, der bis an die Schmerzgrenze hinausgeht - es wächst sehr schnell ein Team zusammen. Man hilft sich gegenseitig.

Wir haben bei der Schießübung und den Einblicken in den Fuhrpark der Bundeswehr gesehen, wie wichtig eine gute Ausstattung für die Soldaten und deren Ausbildung ist. Eines wurde mir mitgegeben: Die Soldaten wollen gar keine Fernseher auf dem Zimmer oder Kühlschränke, sie wollen eine gute Ausstattung mit Material, damit sie die optimale Ausbildung für ihre schwierigen Aufgaben erhalten.

Unsere Gruppe wurde bei einer Übung aktiv in den Orts- und Häuserkampf eingebunden. Und ich weiß jetzt, dass es wirklich nicht einfach ist, mit Marschgepäck Häuser zu stürmen und dabei stets konzentriert zu bleiben.

Als Fazit kann ich festhalten, dass die Mischung aus Vorträgen und praktischen Einsatzübungen, bei denen man die eigenen Grenzen kennenlernt, äußert hilfreich waren. Ich habe noch mehr Respekt vor der Arbeit der Menschen bekommen, die für unsere Sicherheit sorgen. Nicht selten berichten sie, wie wenig Wertschätzung ihnen noch entgegengebracht wird. Zwar werden mir zukünftig die Entscheidungen über die Einsätze der Bundeswehr nicht leichter fallen, aber die gemachten Erfahrungen bereiten mich besser vor, die jeweilige Argumentation für das Für und Wider der Einsätze abzuwägen.

Übrigens: Jeder kann sich persönlich informieren. Die Informationsveranstaltung des Heeres, an der ich teilgenommen habe, dient dazu, Mandatskräfte und Führungskräfte aus dem zivilen Bereich über den Auftrag und die Mittel des Heeres und die sicherheitspolitischen Interessen der Bundesrepublik Deutschland zu informieren.

 

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